Kastrationsspital.ch

To content | To menu | To search

Monday 7 July 2008

Krebslüge & Zwangskastrationen an Zwittern

INHALT

1. Überblick
2. Zürcher Kinderspital propagiert Zwangskastrationen an Kindern
3. "Prophylaktische" Kastrationen wegen 0.9% Krebsrisiko
4. Krebsrisiken nach Looijenga et. al., 2006 / 2007 / 2010
5. Statt den Zwittern zu helfen: Wegschauen, Schweigen, Vereinnahmen

1. Überblick

Auch im 21. Jahrhunder geistert die Medizyner-Mär von einem pauschalen "Krebsrisiko von über 30%" für die inneren Geschlechtsorgane von Zwittern (d.h. Hoden, Eierstöcke, Gonaden, teils auch Mischgewebe) durch Kinderspitäler und Operationssäle. Die blutigen Folgen: Mit ebendieser "Begründung" werden alle erkannten Zwitter möglichst früh nach der Geburt zwangskastriert -- mit lebenslänglichen, verheerenden Konsequenzen für die Opfer dieser unmenschlichen Praxis. Auch bei Fällen, wo die Zwittrigkeit erst beim Eintritt in die Pubertät oder noch später erkannt wird, werden die Betroffenen regelmässig mit der tatsachenwidrigen Behauptung des angeblichen "Krebsrisikos von über 30%" genötigt, in die Kastration einzuwilligen -- was die meisten Betroffenen später bitter bereuen, nicht zuletzt wegen der damit verbundenen körperlichen und seelischen Folgeschäden.

Auch wenn die meisten Zwitter keine Kinder zeugen oder gebären können: In der Regel sind bei ihnen die inneren Geschlechtsorgane intakt und könnten (sofern sie nicht operativ entfernt würden) ihrer lebenswichtigen natürlichen Funktion als Hormonlieferanten für den Körper nachkommen. Durch die nach wie vor flächendeckend durchgeführte Zwangskastrationspraxis sind alle Betroffenen in der Folge auf eine lebenslange Hormonersatztherapie (HET) angewiesen. Diese erfolgt bei Zwittern nach wie vor willkürlich und unreglementiert entsprechend der an den äusseren Genitalien operativ vorgenommenen Zwangsgeschlechtszuweisung/"Vereinheitlichung" (meist chirurgische Verkleinerung/Amputation (!!!) des "zu kleinen" Penis bzw. der "zu grossen" Klitoris, vorgenommen in der Regel möglichst rasch nach der Zwangskastration). D.h. für zwangszugewiesene "Weibchen" wird pauschal Östrogen verabreicht, für zwangszugewiesene "Männchen" pauschal Testosteron -- ohne Rücksicht darauf, was die Körper der Betroffenen gemäss Chromosomensatz und dem individuellen Aufnahmevermögen von Hormonen (das bei Zwitterkörpern meist anders ist als bei "Normalos") eigentlich brauchten. Durch diese unsachgemässen HETs entstehen wiederum zahllose Folgeleiden und -Schäden, die seit längerem auch in der medizinischen Literatur bekannt sind (unter anderem Depressionen, Adipositas, Stoffwechsel- und Kreislaufstörungen, Osteoporose, Einschränkung der kognitiven Fähigkeiten und Libidoverlust).

In Deutschland, in Österreich und in der Schweiz weigern sich zudem die Krankenkassen regelmässig, eine adäquate HET zu bezahlen (bzw. die Medizyner, übernahmepflichtige Rezepte auszustellen)! Sprich, Zwangskastrierte müssen adäquate HETs aus der eigenen Tasche bezahlen!

2. Zürcher Kinderspital propagiert Zwangskastrationen an Kindern

Obwohl der Unsinn dieser unmenschlichen Zwangskastrations- und unsachgemässen HET-Praxis längst auch durch wissenschaftliche Studien dutzendfach widerlegt ist, halten Medizyner wieder besseren Wissens unbeirrbar dogmatisch daran fest. So z.B. auch Prof. Dr. Eugen Schoenle, Professor für pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie und leitender Arzt am Kinderspital Zürich, der kürzlich in einem Interview behauptete:

"In den meisten Fällen müssen die Hodenanlagen entfernt werden, denn es besteht ein hohes Risiko, dass daraus Krebs entsteht. Man kann hier also keinesfalls von Zwangsoperationen sprechen, denn dieser Eingriff ist lebensnotwendig."

Auch Dr. Johannes Hirsig, Kinderarzt in Embrach und Chirurg in der Adus-Klinik in Dielsdorf, und Dr. Peter Sacher, Belegarzt am Merian Iselin Spital in Basel und (wie auch Dr. Schoenle) Leitender Arzt Chirurgie am Kinderspital in Zürich, beide Fachärzte für Kinderchirurgie FMH, European Board Certified Pediatric Surgeons, propagieren auf ihrer Homepage kinderchirurgie.ch Zwangskastrationen an Zwittern als unumgänglich, abzuklären sei in einer "Interdisziplinäre[n] Besprechung zwischen Kinderchirurgen und Kinderendokrinologen (und Kinderpsychiatern)" einzig die "Frage des Zeitpunktes"! (Dass auch die Eltern oder gar die Betroffenen selbst zu konsultieren wären, bleibt unerwähnt -- na logo, sonst wärs auch keine Zwangskastration mehr! Soviel zum Thema "informierte Zustimmung" -- und wie "unsere" Medizyner das im realen Leben jeweils so handhaben ...)

Auch in deutschen Spitälern ist die Situation nach wie vor gleich katastrophal.

3. "Prophylaktische" Kastrationen wegen 0.9% Krebsrisiko

Allen dogmatischen "Krebslügen" zum Trotz: Seit Jahrzehnten bewiesene medizinische Tatsache ist nach wie vor, dass das Krebsrisiko der inneren Geschlechtsorgane bei zumindest vielen, wenn nicht den meisten Zwitter-Formen gegenüber den "Normalos" wenn überhaupt, dann nur geringfügig erhöht ist, siehe z.B. folgende Übersicht auf Querkreuzer (Hervorhebungen im Text von mir):

Malignität der Hoden bei AIS
Zu Verlauf und Prognose von AIS schreiben Fachärzte [3], nach unserer Kenntnis beginnend im Jahre 1933, übereinstimmend, dass die eigentliche Karzinomgefahr „...lange nicht so groß ist wie vermutet“. Jones und Scott gehen aufgrund ihrer Forschungen bereits 1958 von einer Malignitätsrate von unter 5% der Betroffenen aus. [PD Dr. med. G. A. Hauser (Basel)] schrieb 1957, dass in einer Kontrollgruppe von 128 Individuen nur 2, - zwei-, Individuen an Karzinomen verstarben.

[...]

[Der bekannte G. A. Hauser (nach ihm ist das "H" in "MRKHS" benannt)] schreibt dazu weiter ["Testikuläre Feminisierung", in: Overzier (Hrsg.): "Die Intersexualität" (1961), S. 261-282, hier: S. 278f.]:
„Durch die Kastration der tumorfreien Patientinnen macht man Beschwerdefreie zu Kranken mit allen unangenehmen Folgen der Kastration.“

Er ergänzt in folgendem Abschnitt:
„Durch die Kastration wird ein biologisch langsam aufgebautes Gleichgewicht plötzlich geändert. Da meistens die Sexualität und das Mammawachstum normal oder sehr günstig ausgebildet sind, kann man mit künstlicher Medikation wohl kaum diese optimale Situation wiederherstellen.“

Die umfangreichen Studien Looijengas 2006 mit modernen diagnostischen Mitteln bestätigen die von Overzier beobachtete geringe Inzidenz zur Malignität der Hoden von AIS nicht nur. Die von [Leendert] Looijenga 2006 in Lübeck präsentierte Studie geht von einem Entartungsrisiko von nur 0,9% bei CAIS aus.

[...]

[3] Cadiz u. Lipschütz 1933, Morris 1953, Wachstein u. Skorza 1951, Keller 1957, Von Miculicz- Radecki 1959, Schreiner 1959, Scharplatz 1960, Overzier 1957 u. 1961, Hauser u. Wenner 1962 [genaue Quellen bei G. A. Hauser, "Testikuläre Feminisierung", in: Overzier (Hrsg.): "Die Intersexualität" (1961), hier: S. 280-282]

4. Krebsrisiken nach Looijenga et. al., 2006 / 2007

Aus ethischen Gründen wird es nie möglich sein, kontrollierte Studien zum Krebsrisiko anzustellen. Die meines Wissens nach besten und aktuellsten Studien stammen von Leendert H. J. Looijenga et al. Beide Studien sind sog. Reviews, d.h. Auswertungen einer Vielzahl von anderen Artikeln und Studien, die somit zuverlässiger sind als die einzelnen Studien mit nur einer geringen Anzahl von Befunden. Trotzdem ist auch bei diesen Reviews die Anzahl der Befunde vielfach immer noch zu gering für verlässliche Aussagen.

Studienergebnisse 2006:

Zitiert nach: Offener Brief an das Kinderspital Zürich von Zwischengeschlecht.org (PDF)
"So beträgt beispielsweise bei CAIS (die häufigste Form von Androgenresistenz) das Krebsrisiko lediglich 0.8 %, bei PAIS 15 %."

Quelle: Martine Cools, Stenvert L. S. Drop, Katja P. Wolffenbuttel, J. Wolter Oosterhuis, and Leendert H. J. Looijenga: „Germ Cell Tumors in the Intersex Gonad: Old Paths, New Directions, Moving Frontiers“. Endocrine Reviews 27(5), 2006: S. 468–484 (S. 481)
Volltext: http://edrv.endojournals.org/cgi/content/full/27/5/468

Studienergebnisse 2007:


Quelle: Leendert H.J. Looijenga, Remko Hersmus, J. Wolter Oosterhuis, Martine Cools, Stenvert L.S. Drop, Katja P. Wolffenbuttel: "Tumor risk in disorders of sexual development", in: "Best Practice & Research Clinical Endocrinology & Metabolism", September 2007 - Vol. 21, No. 3, pp. 480–495, 2007.
Volltext: http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1521690X07000383
Vgl. auch Diskussion hier: http://de.indymedia.org/2008/07/221293.shtml 

Studienergebnisse 2010:


Quelle: J. Pleskacova, R. Hersmus, J. Wolter Oosterhuis, B.A. Setyawati, S.M. Faradz, Martine Cools, Katja P. Wolffenbuttel, J. Lebl, Stenvert L.S. Drop, Leendert H.J. Looijenga: "Tumor risk in disorders of sex development", in: "Sexual Development" 2010 Sep;4(4-5):259-69. Epub 2010 Jun 17.
Online hier: http://www.aissg.org/PDFs/Pleskacova-et-al-Tumour-Risk-2010.pdf 

5. Statt den Zwittern zu helfen: Wegschauen, Schweigen, Vereinnahmen

Die an Zwittern systematischen durchgeführten genitalen Zwangsoperationen, Zwangskastrationen und sonstigen medizinisch nicht notwendigen, nicht-eingewilligten Zwangseingriffe sind die wohl gravierendste Menschenrechtsverletzung in den westlichen Demokratien seit dem 2. Weltkrieg.

Seit Jahren und Jahrzehnten protestieren betroffene Zwischengeschlechtliche bei den Medizynern direkt, in Parlamenten und in der Öffentlichkeit gegen diese umenschlichen Zwangskastrationen (und sonstige uneingewilligte genitale Zwangoperationen, Zwangshormontherapien und weitere menschenrechtswidrigen Zwangsbehandlungen) -- sofern es ihnen überhaupt möglich ist, die ihnen durch diese schweren Misshandlungen zugefügten, massiven Traumatisierungen soweit zu verarbeiten und zu überwinden, dass sie zu Protesten überhaupt in der Lage sind ...

Umso beschämender, dass Menschenrechtsorganisationen bisher systematisch wegschauen. (Sie z.B. Deutscher Ethikrat, Amnesty International, Terre des Femmes, ...)

Und, dass Transgender, Feministinnen, Schwule, Lesben und Transsexuelle und FeministInnen -- statt den Zwittern solidarisch zur Seite zu stehen -- deren Leiden regelmässig schamlos für ihre eigenen Anliegen missbrauchen! (Siehe z.B. Feministe, Pink Apple Zürich, Transgender Netzwerk Berlin (TGNB), Frauenfilmfestival Köln, feministische Anti-Beschneidungskampagnen, Laura Armani, Helma Katrin Alter, Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität e.V. (dgti), QueerGrün Berlin, und und und ...)

>>> Unterstützt den Kampf der Zwitter um Selbstbestimmung und gegen genitale Zwangsoperationen!

Siehe auch:
- Weltweit größte Zwitter-Studie straft Bundesregierung Lügen!
-
Krebs- und andere Lügen am laufenden Band
- Schattenbericht CEDAW 2008 3.2.1. Gonadenentnahme (Kastration)  S. 13
- Zwangskastrationen an Zwittern: "Keine Mutanten züchten" 

Zwangskastrierte Zwitter müssen Ersatzhormone selber bezahlen!

PRESSEMITTEILUNG von Zwischengeschlecht.org vom 20.04.2009

>>> http://blog.zwischengeschlecht.info/pages/Zwangskastrierte-Zwitter-mussen-Ersatzhormone-selber-bezahlen

Genitale Zwangsoperationen an Zwittern: Verstoss gegen Menschenrechte!

Der Dachverband der deutschsprachigen Selbsthilfegruppen, Intersexuelle Menschen e.V., hat am 21. Juli 2008 in New York beim UN-Ausschuss CEDAW einen detaillierten Schattenbericht eingereicht. Darin sind u.a. die an Zwittern durch medizynische Zwangsbehandlungen verübten systematischen Verstösse gegen diverse Menschenrechts-Konventionen aufgelistet. Dem Schattenbericht beigelegt waren die Forderungen von Intersexuelle Menschen e.V.

Zwar befasst sich der aktuelle Schattenbericht mit der Situation in Deutschland, doch in der Schweiz herrschen a) vergleichbare Verhältnisse und b) hat auch die Schweiz die entsprechenden Menschenrechts-Konventionen, gegen welche die Zwangsoperationen verstossen, ebenfalls unterschrieben.

Bleibt zu hoffen, dass bei der nächsten Berichterstattungen zur Einhaltung der Konventionen auch die schweizer Regierung und die schweizer Medizyner sich unangenehme Fragen en masse werden gefallen lassen müssen ...

>>> Der informative Schattenbericht online und als PDF-Download: http://intersex.schattenbericht.org



Zwangskastrationen an Zwittern: "Keine Mutanten züchten"

Christiane Völling bezeichnet sich öffentlich als "Zwangskastrierte Intersexuelle" und gewann einen Aufsehen erregenden Prozess gegen ihren ehemaligen Chirurgen, der sie laut OLG Köln widerrechtlich kastrierte. Zwangskastrationen an Zwittern wurden und werden (nicht nur) in Deutschland systematisch durchgeführt.

Die "Logik" dahinter: Da "das Geschlecht" eines Kleinkindes laut John Moneys Pseudo"standard" beliebig formbar ist, ist es nicht so wichtig, welches Geschlecht einem Zwitter zwangszugewiesen wird – Hauptsache, "uneindeutige" (neudeutsch: "gestörte") Geschlechtsorgane werden früh genug zwangsoperiert (Medizynerdeutsch: "vereindeutigt" bzw. "korrigiert"), sowie anschliessend eisern an der Zuweisung feshalten und der "Patient" über seine wahre Diagnose im Unklaren gelassen. Die zwangszugewiesene Pubertät wird nach Möglichkeit künstlich durch äussere Hormone eingeleitet. Gonaden, die dem zugewiesenen Geschlecht nicht entsprechen ("unerwünschte Hormonwirkung" / "unerwünschter Effekt"), werden umgehend entfernt unter dem Vorwand, sie seien "missgebildet" und "entartet". Tausende und Abertausende Zwitter wurden und werden nach diesem Schema unnötig zwangskastriert ("rechtzeitig gonadektomiert").

Wie weit Moneys Theorie (und allgemein die medizinische "Behandlung" von Intersexen) dabei konkret (auch) von eugenischen Herrenrasse-Prinzipien geprägt war, ist ein dunkler Punkt, der dringend aufgearbeitet werden müsste. Wohlbekannt ist dagegen, ist, dass Christiane lange nicht die erste war, die versuchte, einen zwangskastrierenden Chirurgen vor Gericht zu bringen. Sowie, dass einzelne (nicht nur) deutsche Medizyner auch im 21. Jahrhundert nach wie vor ungebrochen mit peinlichsten Nazisprüchen operieren. Beides beweist u.a. folgendes Interview aus der Sendung "Eindeutig Zweideutig" von Ilka Franzmann (Arte, 4.7.2003), hier zitiert nach dem Transkript im Buch "Intersexualität. Menschen zwischen den Geschlechtern" von Claudia Lang (S. 247):

Mutter: »[...] Nach dem operativen Befund befand sich in der linken Seite ein Ovar mit Tube und uterusähnlichem Gebilde. Das bedeutete ganz einfach, dass da ein Eierstock existiert mit einem Eileiter und einer Gebärmutter. Dies wurde operativ komplett entfernt. Die Geschlechtszuordnung ist [...] somit erfolgt – also als männlich. Es wurde innerhalb einer ganz normalen U-Untersuchung festgestellt, es fehlt ein Hoden, und das müsse man beobachten. Das wurde auch gemacht. Bis ungefähr, als Wesley 8 Monate alt war, dann hieß es, man müsse eine OP machen, um nachzugucken, ob der Hoden sich in der Bauchhöhle befindet. Da das für uns ganz normal war, haben wir dem auch zugestimmt und haben die Operation machen lassen. Der Wesley kam aus der Operation raus, wurde in ein separates Zimmer gefahren, ganz normales Krankenzimmer und der Arzt sagte dann auch ganz direkt, völlig klar und kalt, emotionslos heraus, die OP wäre gut verlaufen, man hätte allerdings einen Eierstock gefunden und ein uterusähnliches Gebilde. Das hätte man entfernt, weil das gehörte nicht in den Körper eines Jungen. Dann ist er gegangen.«

Vater: »Man wusste auch nicht, ob man jetzt heulen oder lachen sollte, weil man hat sich angeguckt: Ja, was kommt jetzt?«

Mutter: «[...] Als ich herausfinden wollte, was genau mit Wesley passiert ist, habe ich eine Ärztin um Hilfe gebeten und diese Ärztin hat es so begründet, dass man in Deutschland keine Mutanten züchten wolle, deswegen hätte man so gehandelt.«

Die Eltern haben versucht, gegen die behandelnden Ärzte zu klagen, haben dann aber ihre Klage zurückgezogen, weil kein Medizinrechtler sie unterstützte.

Dass dieser menschenverachtende Spruch "keine Mutanten züchten" keine einmalige Entgleisung darstellt, sondern unter Medizyner gerade in Deutschland vielmehr gang und gäbe war und ist, bezeugen Aussagen vieler Betroffener, die zu ihrem Entsetzen damit konfrontiert wurden. Ein weiteres öffentlich dokumentiertes Beispiel dafür ist der Interviewclip auf Arte von Simon Zobel "Das ging in den Bereich Eugenik".

Siehe auch:

- Zwangskastrierte Zwitter müssen Ersatzhormone selber bezahlen
- Weiße Kittel mit braunen Krägen, reloaded

- "Intersex Infant - Surgical Abuse" - Video
- Von Zwangsoperateur "schuldhaft in Selbstbestimmungsrecht verletzt" - Zwitterprozess OLG 4.9.08
- Hiort, Holterhus, Sinnecker, Kruse (Ärzteblatt 1999):
   Aufzählung, bei welchen "Syndromen" / Zuweisungen wann zwangskastriert werden muss

Chefarzt Dr. Marcus Schwöbel: genitale Zwangsoperationen an Kindern der "normale Weg"

Der Kölner "Zwitterprozess" (eins / zwei / drei / vier) brachte es ans Licht: Im "ziviliserten" Europa werden regelmässig Zwischengeschlechtliche ("Intersexuelle / Hermaphroditen / Zwitter) von rücksichtslosen Medizynern ohne ihre Zustimmung "prophylaktisch" kastriert und an ihren "uneindeutigen" Genitalen zwangsoperiert. Wie kann es zu solchen Ungeheuerlichkeiten kommen? Wie rechtfertigen die Medizyner ihre Verbrechen? Ein Einblick in die Gedankenwelt eines offensichtlich unverbesserlichen Zwangsoperateurs, der leider kein Einzelfall ist ...

PD Dr. med. Marcus-Georg Schwöbel, Chefarzt der Abteilung Kinderchirurgie des Kinderspitals Luzern, nennt in der Presse gern die goldene Zahl von "rund 50" genitalen Zwangsoperationen -- Pardon: "geschlechtszuweisenden Behandlungen" --,  an denen er bisher "beteiligt" war. (1)

Dr. Schwöbels stereotype Begründung für diese menschenrechtswidrigen Zwangseingriffe:

Das sind Menschen, die mit zwei Möglichkeiten auf die Welt kommen. Und man entscheidet sich dann für die Möglichkeit, von der wir meinen, dass sie für den Menschen am Adäquatesten ist. (2)

Am liebsten trifft (wie viele seiner KollegInnen) auch Halbgott Dr. Schwöbel seine irreversiblen Entscheidungen per Skalpell möglichst rasch nach der Geburt:

In der Regel [sind die Kinder bei diesen Eingriffen] etwa zwei Jahre alt. Bis Mitte der Neunzigerjahre war es üblich, noch früher zu operieren, da man Fälle von Intersexualität als Notfälle betrachtete. (3)

Sprich, bis in Amerika Selbsthilfegruppen begannen, für Selbstbestimmung sowie Menschenrechte auch für Zwitter zu lobbyieren -- und juristisch gegen Zwangsoperateure vorzugehen!

Weil von selbst oder gar aus Einsicht heraus hören diese bekanntlich mit den lukrativen Zwangsoperationen nicht auf. So auch Dr. Schwöbel, der menschenrechtsverletzende Zwangseingriffe mit den immer gleichen Stereotypen unverdrossen weiter fordert:

Eltern von Kindern, die an einem intersexuellen Genitale leiden, stehen vor einem Dilemma. Sie fragen sich, ob ihr Kind nun ein Bub oder ein Mädchen ist, und wollen ihrem Kind die Möglichkeit geben, eine bestimmte Richtung zu leben. Die Idee unserer Chirurgie ist, dass wir versuchen, dem Kind die äusseren Formen zu geben, die seiner Geschlechtsidentität am besten entsprechen. (3)

Fakt ist: Niemand kann die "Geschlechtsidentität" eines Säuglings bestimmen. Zwangsoperateure wie Dr. Schwöbel & Konsorten orientieren sich deshalb letztlich nach wie vor am körperlichen Erscheinungsbild ("Mädchen [...] [mit] weibliche[n] Chromosomen", "Knaben mit Hoden") sowie am chirurgisch machbaren (3) -- und operieren somit "auf gut Glück".

Was die meisten der "Versuchskaninchen" über die an ihnen vollführten Zwangsoperationen denken, interessiert Dr. Schwöbel (wie die meisten seiner Zunft) nicht weiter. Noch peinlicher, dieses öffentlich eingestandene Nichtwissen wird auch von Dr. Schwöbel einmal mehr kurzerhand als "Beweis" für die Richtigkeit der Zwangseingriffe umfunktioniert:

Die wenigen Rückmeldungen von erwachsenen Patientinnen und Patienten sind fast durchwegs positiv. (3)

Warum hingegen die erdrückende Mehrzahl der "erwachsenen Patientinnen und Patienten" sich nie mehr bei ihren Zwangsoperateuren meldet, will auch Dr. Schwöbel lieber gar nicht erst wissen. Bequemerweise werden Zwangsoperierte auch in "seiner" kinderchirurgischen Abteilung entgegen den sonst üblichen Regeln der Kunst nie systematisch in Nachuntersuchungen zu den Behandlungsresultaten befragt ...

Auch die in der medizinischen Literatur x-fach belegte Tatsache, dass "ein überdurchschnittlich hoher Prozentsatz" der Zwangsoperierten sich "im Lauf der Pubertät oder im Erwachsenenalter entschließt", das ihnen per Zwangsoperation "zugewiesene soziale Geschlecht zu wechseln" (4), verkehrt Dr. Schwöbel gern flugs ins Gegenteil als weiteren "Beweis" für die Richtigkeit der Zwangseingriffe: 

Nur selten streben erwachsene Patientinnen und Patienten einen Geschlechtswechsel an [...]. (2)

Weshalb die erdrückende Mehrzahl der "erwachsenen Patientinnen und Patienten" sich nie mehr bei ihren Zwangsoperateuren melden, machen nebst zahllosen persönlichen Schilderungen von betroffenen Menschen unterdessen auch medizinische Studien klar: Weil sie aufgrund der ihnen durch die Zwangsbehandlungen zugefügten Traumata für den Rest ihres Lebens eine panische Angst vor Ärzten und Spitälern haben!

So fasste die Fachzeitschrift Gynäkologische Endokrinologie unlängst einleitend zusammen: "Die Behandlungsunzufriedenheit von Intersexuellen ist nach der Hamburger Intersex-Studie eklatant hoch."  Zwei Drittel aller befragten Zwangsbehandelten sind "z.T. unzufrieden" bis "sehr unzufrieden"! (5)

Kein Anlass für Dr. Schwöbel, etwa sein menschenrechtswidriges Konzept zu überdenken. Stur hält er an seinen alten Stereotypen fest und verteidigt weiter die Zwangsoperationen:

Weil die Gesellschaft so gebaut ist und weil jetzt aus der Evolution raus auch schon bei Wenigzellern ganz klar eine Geschlechtsbestimmung vorhanden ist. Bei Würmern, bei Fliegen, bei Mücken haben sie auch schon ganz klar Männchen und Weibchen [...]. Und ich denke das ist der in Anführungszeichen normale Weg. (2)

Das einzige, was Dr. Schwöbel laut eigenem Bekunden allenfalls in seinem menschenrechtswidrigen Tun stoppen könnte, ist die Aussicht, sich dereinst für seine medizinischen Verbrechen z.B. vor Gericht verantworten zu müssen. So antwortete er auf die Frage, ob der damals unmittelbar bevorstehende Kölner "Zwitterprozess" von Christiane Völling gegen ihren Zwangsoperateur einen Einfluss auf ihn habe: 

Er hat in dem Sinn einen Einfluss, dass ich mir noch genauer überlege,ob ein Eingriff nötig ist. Es gibt mir einen gewissen Respekt vor dem, was wir tun, und es macht mir gewisse Sorgen, ob wir richtig handeln,und ob das, was wir jetzt tun, auch noch dreissig Jahre hält. (2)

Das Empörende an dieser Aussage: Einmal mehr interessiert Dr. Schwöbel nicht, wie seine Opfer für den Rest ihres Lebens mit dem ihnen Angetanen zurechtkommen. Das einzige, was ihn interessiert, ist der Zeitraum der absoluten Verjährungsfrist, die bekanntlich 30 Jahre beträgt! Und: Wie sich die Schuld für die menschenrechtswidrigen Zwangseingriffe sogleich an andere abzuschieben lässt:

Es sind meist die Eltern, die dringend wünschen, das Kind einem Geschlecht zuzuordnen, ich dränge niemals dazu. (1)

Heute überlässt man die Entscheidung zunehmend den Eltern, wann und ob eine Operation durchgeführt werden soll. (3)

Eltern, die sich regelmässig über den "hohen Druck zur Geschlechtsanpassung" seitens der behandelnden Medizyner beklagen, welche genitale Zwangsoperationen oft in erster Linie als "chirurgische Herausforderung" wahrnehmen (1). Ein Umstand, den auch Dr. Schwöbel indirekt bestätigt:

Die Herausforderung ist aber nicht derchirurgische Akt an sich, sondern der Anspruch, für das Kind und seineEltern den bestmöglichen Weg zu finden. (1)

Selbstverständlich ohne dem betroffenen Kind je den Hauch einer Chance zu geben, bei dieser "grosse[n] Entscheidung" (2) jemals ein Wörtchen mitreden zu dürfen (sonst wäre es ja keine Zwangsoperation mehr). Schlimmer noch, solange es irgendwie geht, wird Dr. Schwöbel auf Biegen und Brechen mit seinen menschenrechtswidrigen Zwangseingriffen weitermachen, da ihn laut wiederholtem eigenem Bekunden höchstens eines davon abhalten könnte:

«Sollte der Chirurg in Köln für den Eingriff, dener vor 30 Jahren durchführte, verurteilt werden, oder setzt sich die Auffassung von Rechtsprofessorin Büchler durch, müsste die Indikation zu geschlechtsanpassenden Eingriffen neu überdacht werden», sagt Schwöbel. (1)

Fazit: Chefarzt PD Dr. Marcus Schwöbel gehört offensichtlich zur immer noch weit verbreiteten Gattung der unverbesserlichen Zwangsoperateure und wird wohl bis an sein Ende nie zur Einsicht über die Abscheulichkeit seiner menschenrechtswidrigen medizinischen Verbrechen gelangen. Umso notwendiger, dass Dr. Schwöbel und alle übrigen notorischen Zwangsoperateure endlich von aussen gestoppt werden! Nicht gesundheitsrelevante Zwangsbehandlungen (wozu kosmetische genitale Zwangsoperationen und prophylaktische Zwangskastrationen fraglos zählen) sowie Aufrufe dazu verstossen gegen die Menschenwürde und gehören straf- und zivilrechtlich geahndet, die TäterInnen öffentlich angeprangert!

Quellen (alle Links Stand 4.7.08):
(1) "Ein Intersexueller klagt seinen ehemaligen Arzt an" Tages-Anzeiger, 05.02.2008 http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/wissen/medizin/838834.html
(2) "Weder Mann noch Frau" Rundschau, SF1, 19.12.07 Rezension mit Video-Link
(3) "Das dritte Geschlecht" Schweizer Familie, 24.02.2005 Dokumentiert im alten Hermaphroditforum
(4) M. Jürgensen / O. Hiort / U. Thyen: "Kinder und Jugendliche mit Störungen der Geschlechtsentwicklung" Monatsschrift Kinderheilkunde,Vol 156, No 3, March 2008, pp. 226-233 Abstract
(5) "Intersexualität: Menschen zwischen den Geschlechtern" Gynäkologische Endokriniologie, 04/2007 http://www.springer.com/medicine/thema?SGWID=1-10092-2-513709-0

--> Original-Artikel auf de.indymedia.org: http://de.indymedia.org/2008/07/221293.shtml
--> Kommentare auf de.indy: http://de.indymedia.org/2008/07/221293.shtml?#c511934

Siehe auch:
Wegen Zwitter-Prozess: Druck auf Ärzte wächst
Nach Kritik auf diesem Blog: Urologen erklären Zwangs-Leitlinien für veraltet!
Lübeck: Klinikdirektor propagiert genitale Zwangsoperationen an Kindern!
Deutsche Urologen fordern genitale Zwangsoperationen an Säuglingen!
Krebslüge & Zwangskastrationen an Zwittern
Zwangsoperationen an Zwittern: Wer nicht hören will ...



Aktion gegen Zwangsoperationen vor Kinderspital Zürich

--> Der OFFENE BRIEF      --> das Flugblatt zur Aktion (PDF)

--> TAGESSCHAU VIDEO + Transkription + mehr

Weitere Medienberichte: Landbote 7.7. / Tages-Anzeiger 7.7. / 20 Minuten 8.7. / Tachles 11.7. / NZZaS 13.7.
Bildstrecken:
Dominik Huber / Ärger (1) / Ärger (2)

Tagesschau vom 06.07.2008, 19:30
Intersexuellen-Demonstration
Menschen, die keinem der beiden Geschlechter zugeordnet werden können, nennt man Intersexuelle. Bislang wurden diese Menschen als Baby operativ korrigiert, um ein geschlechtstypisches Aussehen herzustellen. Dagegen demonstrierten Betroffene in Zürich. --> mehr

                                                             Bild: © Ärger

Tagesschau Schätzungsweise 2 bis 3 % der Weltbevölkerung ist keinem der beiden Geschlechter zuzuordnen. Oft werden diese Menschen bereits als Baby, also ohne ihre Einwilligung, operativ korrigiert, um ein geschlechtstypisches Aussehen herzustellen. Viele werden dabei gleichzeitig auch kastriert. --> mehr

                                                             Bild: © Dominik Huber

nella aber ich wäre nicht mein leben lang von hormonen abhängig, ich hätte keine immer wieder kehrenden 'komischen empfindungen' (phantomschmerzen) zwischen den beinen, die ich schon als kind immer empfand, wo ich mich jeweils irgendwo weinend verkriechen musste, einmal rannte ich aus der schule nach hause deswegen, die heute oft im zusammenhang mit einer 'blasenentzündung' auftreten. --> mehr

                                                             Bild: © Ärger

OFFENER BRIEF Auch aus ethischen und juristischen Gründen sind prophylaktische Gonadektomien und geschlechtszuweisende chirurgische Genitalkorrekturen an Kindern ohne deren informierte Zustimmung strikt abzulehnen. --> mehr

                                                             Bild: © Ärger

Flugblatt (PDF) Wir möchten mit einem OFFENEN BRIEF DER SELBSTHILFEGRUPPE ZWISCHENGESCHLECHT.ORG AN DAS KINDERSPITAL ZÜRICH gegen diese unmenschliche Praxis protestieren und und dazu beitragen, das öffentliche Tabu um diese systematischen Menschenrechtsverletzungen zu brechen. --> mehr

--> Der OFFENE BRIEF und --> das Flugblatt zur Aktion

--> TAGESSCHAU VIDEO inkl. Transkription und mehr!

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter:

Landbote 7.7. / Tages-Anzeiger 7.7. / 20 Minuten 8.7. / Tachles 11.7. / NZZaS 13.7.
Bildstrecken:
Dominik Huber / Ärger (1) / Ärger (2)